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Freitag, 30. Oktober 2020

Mit bundesweit drei Aktionen am AKW Biblis (Süddeutschland) , am Zwischenlager Ahaus (NRW) und zwischen Brunsbüttel und Krümmel im Norden, will die Anti-AKW-Bewegung am 24. April ein erstes spektakuläres Zweichen gegen Atom- und für Erneuerbare Energien setzen. Im Vorfeld führten in 53 Orten in ganz Deutschland örtliche Bündnisse eine Ketten-Probe durch, an denen sich insgesamt mehr als 8.000 Menschen beteiligten.

Infostand in Wolfenbüttel
„Die Bundesregierung hat für den Herbst ein neues Energieprogramm angekündigt, in dem strukturelle Entscheidungen für Jahrzehnte festgezurrt werden sollen. Jetzt kann und muss sich zeigen, ob und wieviel Atomenergie sich noch gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen läßt. Die Situation ist offen, wie schon lange nicht mehr“, erklärt Peter Dickel für die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V., und:  „Es lohnt sich mehr denn je Flagge zu zeigen und auf die Straße zu gehen.“ 

Auftaktkundgebung in Berlin
Wie groß die Bereitschaft dazu ist, haben die Aktionen am Wochenende gezeigt. 2000 Menschen beteiligten sich in Berlin, 700 in München, 500 in Hamburg , 400 in Braunschweig, gut 300 in Kassel, je 250 in Hannover und Hildesheim, 150 in Göttingen, je 100 in Goslar und Lüchow oder 50 in Wolfenbüttel, wo die Kette kurzfristig zwischen drei Infoständen gebildet wurde:
Die ‚Minikette’ verband den Stand des Vereins AufpASSEn ‚Unter den Krambuden’ mit den Infoständen von SPD und den Piraten, die sich vor Bankhaus Seeliger positioniert hatten. Mitglieder des Vereins ‚AufpASSEn’ informierten die interessierte Bevölkerung über die Menschenkette am 24.4. und verkaufte Busfahrkarten. Auf positive Resonanz stießen die Kettenbänder, die bereits vor Ort zum Einsatz kamen. Zur Veranstaltung in Berlin, an der sich auch einige Bundestagsabgeordnete beteiligten,
kamen weitaus mehr TeilnehmerInnen als erwartet und es erwies sich als unerwartet schwierig, sich zu einer Reihe zu formieren und so vom Anfangspunkt Vattenfall  die 1,8 KM lange Strecke zu RWE zu füllen.
Endlager-Transparent in Berlin
Gut also, dass wir es nochmal geübt haben. Kurios: Während die Veranstalter zunächst von rund 1500 TeilnehmerInnen ausgingen, meldete die Polizei 2000. In Braunschweig schlossen knapp 400 
AtomkraftgegnerInnen die Kette zwischen zwei AKW-Attrappen auf dem Schlossplatz.
Mit kurzen Statements per Megaphon wurde über das Anliegen der Probekette berichtet. Dabei wurden in nur 30 Minuten fast 20 Busfahrkarten an interessierte Passanten und „menschliche Kettenglieder“ verkauft.
Die Busse aus der Region Braunschweig werden zum Streckenabschnitt beim AKW Brokdorf fahren. „Der zweite Bus aus Braunschweig ist so gut wie voll“, meinte dazu Jutta Plinke, hier in der Region seit über 20 Jahren im Kampf gegen Atomkraftwerke aktiv.  Auch die finanzielle Unterstützung der Anti-Atom-Kette am 24. April wurde durch Spenden gestärkt. 20 T-Shirts, fast 30 Zwei Meter Kettenbänder und unzählige Buttons wurden an die Spender verteilt. Begehrt waren auch die Plakat-Sandwiches, die den Standbetreuer regelrecht aus den Händen gerissen wurden.